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Macht die Äcker wieder wild!

Das Barnhouse Ackerwildkräuter-Projekt

 

 

Frauenspiegel, Klatschmohn, Acker-Lichtnelke, Kornblume, Feldsalat, Ackerröte u.v.m.:
Was früher unsere Getreidefelder zu farbenfrohen Augenweiden gemacht hat, ist heute zur Seltenheit geworden.

In den letzten 50 Jahren ist die Vielfalt der Ackerwildkrautarten in Deutschland um fast ein Viertel zurückgegangen.

Wir haben es geschafft, über Generationen alles „wegzuspritzen“, so dass fast nur noch Ampfer und Brennnessel wachsen - ein genereller Artenrückgang, der mittlerweile auch ökologisch bewirtschaftete Äcker betrifft. Mineraldünger und Pestizide, optimierte Saatgutreinigung und veränderte Bodenbearbeitung sowie das Abweichen von traditionellen Fruchtfolgen haben unsere Felder richtiggehend arm gemacht.

Die fatalen Folgen: Mit dem Rückgang der Ackerwildkräuter bietet die "Nektarwüste Getreidefeld" auch vielen Tierarten, die direkt (Insekten) oder indirekt (z.B. Vögel) auf die Kräuter angewiesen sind, keinen Lebensraum mehr. Und so verschwinden mit den Ackerwildkräutern auch die Schmetterlinge, Bienen, Feldlerchen, Rebhühner, Schleiereulen, Wachteln, Füchse und Marder...

Wir wollen die Äcker wieder wild machen!


Gemeinsam mit unseren regionalen Partner-Landwirten wollen wir die Vielfalt der Ackerwildkräuter zurück auf die Felder holen. Die ersten Schritte gehen wir jetzt mit einigen unserer Bauern, denen wir spezielles Wildkräuter-Saatgut, das bereits im Herbst 2018 ausgebracht werden muss, für ihrte Äcker zur Verfügung stellen. Wir wollen Erfahrungen sammeln, um das Projekt dann im nächsten Jahr auszuweiten.

Beratend und mit sehr viel Leidenschaft und Wissen an unserer Seite: Dipl. Univ. Forstwissenschaftlerin Rosa Kugler (im Bild oben rechts), die auch als Projektmanagerin bei der Ökomodellregion Isental wirkt und die Biodiversität in der Landwirtschaft voranbringt. Und natürlich der rührige Georg Hans (links), der auf seinem Hof ganz in der Nähe von uns das Saatgut gewinnt und vermehrt.

Etwas ganz Besonderes: Unsere Saatgut-Mischung

Das Saatgut, das wir von Georg beziehen, ist autochthon. Darunter versteht man die Herkunft des Saatguts aus der Region. Denn dort, wo die Art schon länger vorkommt, ist sie auch auf die gegebenen Bedingungen angepasst. Georg und seine Familie besammeln in unserer Region Flächen mit standorttypischen Kräutern. Dieses Ausgangssaatgut wird anschließend auf dem Hof vermehrt. 

Folgende seltene Arten mit klangvollem Namen sind der Mischung enthalten: Echter Frauenspiegel, Feldsalat, Ackerröte, Acker-Spörgel, Kornblume, Ackerveilchen, Klatschmohn, Acker-Lichtnelke und Acker-Rittersporn.

 


drei Unserer Projekt-Pioniere: Hans, Hilarius und Franz

Die Barnhouse-Landwirte Hans, Hilarius und Franz haben wir zur Aussaat der Ackerwildkräuter im Oktober 2018 besucht, um den Start des Projekts im Bild festzuhalten.


Hans Reichl, Schafdorn (Naturland)

"Kommt schnell vorbei, dann mach' ma ein Video!", lockte uns Hans zur Aussaat. Diese Chance haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen:


Hilarius Häußler, Gallenbach (Bioland)

Nein, einfach nur aussäen, das wollte Hilarius nicht. Als Bauer und Sozialpädagoge ist er stets und mit viel Herz im Auftrag des Bioanbaus unterwegs und so hat er - schwuppdiwupp - eine Kindergartengruppe zur Aussaat eingeladen. Gemeinsam mit Rosa, Georg und Michael (Landratsamt Mühldorf, Fachbereich Naturschutz) wurde ein kleiner Lernparcours gestaltet, der den Kindern sehr viel Freude machte. Besonders spaßig war natürlich das Festtreten des Saatguts zu Dritt auf "Sommerskiern".

  

Rosa erklärt den Kids die Bedeutung der Ackerwildkräuter.

Bio-Bauer mit Schwung: Hilarius

Georg erzählt den Kindern etwas über das Saatgut.

Es kann losgehen: Die Kindern stellen sich zum Säen auf.

Riesen-Spaß für die Kleinen: Auf Sommerskiern übers Feld.

Ein schöner Anblick: Hilarius und Georg beim Kräutersäen.


Franz & Luise Egger, Unterreit (Bioland)

Bei Franz und Luise spitzte der Barnhouse-Dinkel schon zartgrün aus dem Ackerboden. Bei herrlichem Sonnenschein nahm Georg die Aussaat gleich selbst in die Hand.

v.l.n.r.: Luise und Franz Egger, Georg Hans (Saatgut) und Rosa Kugler (Ökomodellregion Isental)

Konzentriert bringt Georg das Saatgut aus.

Landwirte beim Fachsimpeln: Franz (li.) und Georg

Gruppenbild nach getaner Arbeit.